Egal, wie gut eine kompakte Digitalkamera auch sein mag, wie viele Megapixel sie auch hat – richtig gute Fotos für alle Belichtungssituationen bekommt man nur mit einer DSLR, die mindestens einen APS-C Sensor in der Kamera hat. Bedenkt man, dass man heute für eine gute Kompaktkamera auch schon mal gerne 500 Euro auf den Tisch legt, ist der Einstieg in die Spiegelreflexklasse gar nicht mal so teuer. Um im Einsteigersektor auch mitmischen zu können, hat Nikon die D 3000 entwickelt. Sie löst die bisher als Einsteigermodell verkaufte D 60 ab.Die D3000 ist eine echte DSLR, die Nikon allerdings in ihren Funktionen etwas abgespeckt hat. 10.2 Megapixel sind vollkommen ausreichend, 1600 ISO ist etwas mager, aber für den normalen Gebrauch durchaus genug. Die Serienbildfunktion ist mit 3 Bildern pro Sekunde nicht die Schnellste. Alles in Allem ist die D 3000 wenn man auf den Preis achten muss eine gute Einsteiger-DSLR. Wer’s etwas teurer mag, sollte mit der D 5000 anfangen.
Positiv aufgefallen: Der Bildschirm ist im Vergleich zur D 60 auf drei Zoll Diagonale gewachsen. Die Menüstruktur wurde komplett überarbeitet und entschlackt. Ein spezieller Guide-Modus soll das Handbuchstudium ersparen. Dem Benutzer werden anwendungsbezogen die jeweils nötigen Einstellungen automatisch vorgegeben. Auch wird erklärt, welche Parameter im jeweiligen Fall besonders wichtig sind. Auch verschiedene Programmautomatiken, wie man sie von den Kompakten kennt, sind vorhanden. Ein spezielles Staubreduktionssystem mit “Airflow Control System” minimiert die Ablagerung von Staubpartikeln vor dem Bildsensor. Die kompakte Größe und das geringe Gewicht – und nicht zuletzt die Stabilität von Kamera und Objektiv – machen die D3000 zur perfekten Begleiterin. Das Autofokussystem hat 11 Messfelder und braucht sich nicht hinter teureren Systemen zu verstecken.
Nicht so toll: Einen Bildstabilisator hat Nikon der D3000 nicht spendiert. Wer darauf Wert legt, sollte daher darauf achten, entsprechend stabilisierte Objektive zu erwerben. Die Auswahl entsprechender Objektive ist auch deshalb wichtig, weil die D 3000 keinen eigenen Autofokusmotor in der Kamera hat. Die meisten Objektive haben aber heute einen eigegen Motor. Manch einer wird auch eine Liveview-Funktion vermissen, weil er sie vielleicht von der Kompakten gewöhnt ist. Für mich persönlich ist diese Funktion – genau so wie die fehlende Videofunktion – aber eh Spielerei.
Fazit: Wer mit der Spiegelreflexfotografie anfängt und relativ günstig erste Erfahrungen sammeln und später darauf aufbauen möchte, ist mit der Nikon D 3000 für rund 450,- Euro gut bedient.
Bei mir wird die D 3000 übrigens als “Backup-Kamera” für meine D 300 eingesetzt. Wenn bei einem Auftragshooting einmal etwas schief geht oder die 300er wider Erwarten mal streiken sollte, ist es beruhigend, eine zweite Kamera zur Hand zu haben.